Bundesstraße
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In der DDR hießen die Bundesstraßen Fernverkehrsstraßen und waren mit einem "F" gekennzeichnet. Die Nummerierung von Reichs-, Fernverkehrs- und Bundesstraßen wurde beibehalten, nur einzelne Straßen wurden zurückgestuft (z.B. solche, die in das Staatsgebiet vor 1945 führten). In der Schweiz heißen die Bundesstraßen Staatsstrassen. Sie besitzen eine Nummer ohne Kennzeichen.
Im Unterschied zu den Bundesautobahnen dienen Bundesstraßen nicht ausschließlich dem Schnellverkehr mit Kraftfahrzeugen.
Die üblichen Geschwindigkeitsbeschränkungen für PKW auf Bundesstraßen betragen
Zuständig für den Ausbau und den Erhalt der Bundesstraßen in Deutschland ist die Abteilung Straßenbau/Straßenverkehr des Bundesverkehrsministeriums (www.bmvbw.de).
In Deutschland gibt es derzeit rund 41.386 km Bundesstraßen.
Gegen Ende der Weimarer Republik kam es im Zuge der zunehmenden Automobilisierung und dem damit einhergehenden Neu- und Ausbau mehrerer Fernstraßen zu der Planung einer einheitlichen Nummerierung der Fernstraßen in Deutschland, wie sie in anderen europäischen Ländern schon vorgenommen wurde.
So wurde am 17. Januar 1932 das neue System der Reichsstraßen eingeführt und wurden mit einem "R" und einer Nummer gekennzeichnet. Die ersten neun Nummern – die einstelligen Zahlen - wurden an Deutschland ganz durchquerende Straßen vergeben, die das Grundnetz der sogenannten großen Reichsstraßen bildeten. 1934 wurde erstmals das noch heute übliche kleine gelbe Schild mit der Straßennummer verwendet.
Die zwei- und dreistelligen Nummern wurden systematisch von Süd nach Nord und weiter von West nach Ost vergeben. Mit der Nummer 138 war die erste Phase der Nummerierung abgeschlossen. Da die letzten dieser Nummern alle in den Ostgebieten des damaligen Deutschen Reichs lagen (Schlesien, Pommern und Ostpreußen) und diese Gebiete nach dem Krieg an Polen und die Sowjetunion fielen, klafft heute eine große Lücke von den Nummern 111 bis zur Nummer 165, von denen nur noch einzelne mit kleinen Teilstücken an der heutigen Grenze zu Polen existieren.
Die zweite Phase der Nummerierung ging von 1934 bis 1937. Nun wurden die Nummern ab 138 in Ostpreußen fortgesetzt und wanderten in umgekehrter Richtung nach Westen und dann wieder von Nord nach Süd. In dieser Phase erteilte Nummern waren die 139 bis 327.
Die Nummern 328 bis 398 wurden von 1938 bis zum Ende des Krieges vergeben, und zwar ausschließlich für die vor dem Krieg (Anschluss Österreichs und Annexion des Sudetenlandes und der sogenannten "Rest-Tschechei") und im Krieg (in Polen, Frankreich, Luxemburg und Belgien) angegliederten Gebiete. Auch diese Nummern von 328 bis 398 existieren nicht mehr und bilden einen dunklen Fleck in der Vergangenheit der deutschen Fernstraßen. Bis heute existieren allerdings noch kurze Teilstücke der B 340 und der B 378.
Nach dem Krieg wurde das System der Reichsstraßen-Nummerierung beibehalten. Nach Bildung der Bundesrepublik erhielten die westdeutschen Straßen allerdings ein B für Bundesstraße vor ihrer Nummer, wogegen die DDR das alte R durch ein F für Fernstraße ersetzte. Aus der R 1 von Aachen bis Ostpreußen wurde so im Westen die B 1 von Aachen bis Helmstedt, und in der DDR die F 1 von Morsleben bis Küstrin. Das alte Nummernsystem wurde aber auch in der DDR beibehalten, so dass nach der Wende aus den F-Straßen einfach B-Straßen werden konnten.
Die Nummern ab 399 wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland vergeben. Ab 526 bis zur höchsten Nummer 588 ist die Reihe sehr lückenhaft und kann weiter aufgefüllt werden.
Siehe auch: Gemeindestraße, Landstraße, Kreisstraße, Staatsstraße, Straßensystem in Österreich, Liste der deutschen Bundesstraßen
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