Kammerton
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Die Vorsilbe „Kammer-“ bezieht sich auf fürstliche Privatgemächer, in denen früher musiziert wurde. Daher gibt es historisch betrachtet einen Gegensatz zwischen „Kammer“- und „Kirchenton“, wobei letzterer bis zu einem ganzen Ton höher war. Diese Unterscheidung verlor sich nach 1800.
Aber auch der Kammerton war nicht zu allen Zeiten gleich. In Deutschland lag er im 17. und 18. Jahrhundert häufig bei 415&/160;Hz, im Italien des 17. Jahrhunderts bei 466&/160;Hz und im Frankreich des 18. Jahrhunderts auch bei 392&/160;Hz. 1788 entstand außerdem in Paris die sogenannte Pariser Stimmung, die auf 409 Hz festgelegt wurde. Im 19. Jahrhundert stieg der Kammerton immer mehr, und um 1890 waren vielerorts schon 490&/160;Hz erreicht.
Die klassische Methode, den Kammerton anzugeben, ist die Stimmgabel; alternativ gibt es auch Stimmpfeifen. Heutzutage immer verbreiteter werden elektronische Stimmgeräte. In manchen Telefonnetzen hat auch das Freizeichen als Service für Musiker 440 Hz; im Netz der Deutschen Telekom liegt das Freizeichen allerdings einen Viertelton tiefer. In Österreich bietet die Telekom Austria den Kammerton unter einer Servicenummer an (+43 1 1507), was weltweit einzigartig ist.
Nicht nur in der deutschen Orchesterlandschaft hat sich zurzeit – unabhängig vom nach wie vor international gültigen Standard von 440 Hz – die Frequenz von 443 Hz als Kammerton eingebürgert. Dieser wird zu Beginn der Probe oder der Aufführung von der Oboe angegeben, vom Konzertmeister abgenommen (d.&/160;h. dieser stimmt seine Geige auf diesen Ton) und dann ans Orchester „weitergereicht“. In anderen Ländern sind auch Stimmhöhen von 440 Hz bis 446 Hz üblich, beispielsweise herrscht in Italien ein Stimmton von 442 Hz vor. Für die Musizierpraxis auf historischen Instrumenten wird häufig ein Kammerton von 415 Hz (das ist gegenüber 440 Hz etwa einen Halbton tiefer) verwendet.
Zum Stimmen von Instrumenten können die folgenden Sinustöne verwendet werden:
Österreich | Deutschland | Schweiz | Italien
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