Veterinärmedizin
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Das Studium der Veterinärmedizin ist in der Bundesrepublik Deutschland möglich in Berlin (FU Berlin), Gießen (Justus-Liebig-Universität), Leipzig (Universität Leipzig), Hannover (Tierärztliche Hochschule) und München (Ludwig-Maximilians-Universität) und gliedert sich in die Abschnitte Vorphysikum, Physikum und klinischer Abschnitt. Es endet mit dem Staatsexamen und der Approbation als Tierarzt.
Anschließend folgen ggf. eine Dissertation mit dem Erwerb des akademischen Grades Doctor medicinae veterinariae (Dr. med. vet.), ein Kreisexamen oder der Erwerb eines Fachtierarztes. Europaweit ist in jüngerer Zeit nach amerikanischem Vorbild ein standardisierter Weiterbildungsgang zum Diplomate of the European College für viele Fachrichtungen entstanden (z.B. Diplomate of the European College of Veterinary Surgery, Dip. ECVS). Dieser wird durch das European Board of Veterinary Specialisation (EBVS) koordiniert.
Je nach Universität erfolgt die Ausbildung in 2 Varianten. Bei der klassischen Methode wird nach Fächern gelehrt (Chirurgie, innere Medizin, Gynäkologie etc.), bei der amerikanischen Methode wird nach Tierarten unterschieden und innerhalb dieser dann alle Fächer zusammen gelehrt (Klinik für Wiederkäuer, Pferde, kleine Haustiere usw.). In Leipzig wird eine Mischform praktiziert, bei der Nutztiere sowie Kleintiere und Vögel fächerspezifisch behandelt werden.
Ähnlich wie in der Humanmedizin gibt es auch unter Tierärzten diverse Spezialisierungen im Rahmen der postgradualen Weiterbildung zum Fachtierarzt. Dabei gibt es sowohl disziplinabhängige Fachtierärzte (z.B. Chirurgie, Pathologie), tierartenbezogene Spezialisierungen (z.B. Kleintiere, Pferde, Rinder, Schweine, Geflügel) und neben den eigentlichen Fachtierärzten sog. Gebietsbezeichnungen (z.B. Augenheilkunde, Akupunktur).
In der Landwirtschaft spielt die Veterinärmedizin eine große Rolle. Hier geht es unter anderem um den Seuchenschutz, so dass auch die Tötung von Tierherden bei Infektionen (MKS, BSE u.ä.) und der Schutz des Menschen vor Tierkrankheiten (Zoonosen wie Tollwut u.ä.) in den Bereich der Veterinärmediziner fallen.
Während bei "Luxustieren" wie Pferden sowie kleinen Haus- und Heimtieren wie Hunden, Katzen oder Meerschweinchen eine der Humanmedizin vergleichbare Versorgung möglich ist, unterliegt die medizinische Betreuung landwirtschaftlicher Nutztiere hauptsächlich den Aspekten der Wirtschaftlichkeit.
Ein weiterer Schwerpunkt der Veterinärmedizin ist die Sicherung der Lebensmittelhygiene. Zu diesem Zweck werden beispielsweise die Fleischbeschau durch Tierärzte kontrolliert, aber auch Tiertransporte und Schlachthöfe. Die Lebensmittelkunde ist ein wesentlicher Bestandteil der tierärztlichen Ausbildung.
Die Berufsorganisation (Standesvertretung) bildet in Deutschland die jeweilige Landestierärztekammer.
Die einstige Männerdomäne ist mehr und mehr zu einem Traumberuf für Frauen geworden. An manchen Hochschulen stieg die Prozentzahl der Studentinnen der Veterinärmedizin auf über 90%; im bundesdeutschen Durchschnitt betrugen die Zahlen bei den Studienanfängern: 1974 24%, 1980 50%, 1990 74%, 2001 87%.
Datenbank mit medizinischen Artikeln der nationalen medizinischen Bibliothek der USA (NLM) (Wiki) - Liste der anzeigepflichtigen Krankheiten - Tierarzt
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